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Wüstensafari mit IQ-Ontour Teil1

Published: 04/22/2010 by Wolfgang

Wüstensafari mit IQ-Ontour Teil1

Bike on Dunes

  • Duneriding
  • White Desert
  • On Top
  • Desertview

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Kann es noch gar nicht glauben,
eine Woche Wüste und eine Woche Tauchen, ich freu mich so darauf.

Da ist ja das Logo von iQ-onTour welche mit den ganzen Urlaub organisiert haben. Guten Tag Wolfgang – jetzt bin ich aber überrascht! In perfektem Deutsch stellt sich Sameh als Guide für die bevorstehende Tour mit dem Motorrad durch die ägyptische Wüste vor. Er hat für mich bereits die Visamarke organisiert und führt mich ohne Wartezeit durch die Paskontrolle. Cairo Airport, das hatte ich mir ganz anders vorgestellt. Ein moderner und gut
Organisierter Airport. Mein Gepäck finde ich schon auf dem Laufband und somit „Welcome to Egypt“.

Nein, das glaube ich jetzt nicht. Seine Haare sind grau geworden, aber sonst hat er sich überhaupt nicht verändert. Robby, der Gründer von iQ-onTour wartet doch tatsächlich vor dem Ausgang des Aiport auf mich. Ich kenne ihn noch von Deutschland aus seinem Tauchcenter und von einem Tauchtörn in Italien. Das muss doch schon mindestens 15 Jahre her sein. Mensch wie lange lebt der nun schon in Ägypten? Wie immer, nicht viele Worte aber eine herzliche Umarmung zur Begrüssung. Schön dass Du da bist Wolfgang, ich freue mich so und das empfinde ich auch.

Unser Auto ist nur einige Meter von uns entfernt und das Gepäck schnell verladen. Gerne nehme ich den Vorschlag von Robby an auf dem Weg zum Hotel an seinem „Lieblingscafe“ auf eine Shisha und einen traditionellen „Schai-Koscheri“ anzuhalten. Er ist in Ägypten zu Hause, das ist eindeutig zu erkennen. Faszinierend diese Stadt, laut, hektisch aber dennoch ganz anders als bei uns in Europa. Ja wir haben uns viel zu erzählen. Nur gut, dass wir zwei Wochen Zeit haben.

Der Check-In im Hotel ist Routine. Grossartig auspacken muss ich ja erst gar nicht, denn morgen geht es ja schon nach dem Frühstück weiter. Die Motorräder warten in der Oase
Baharia auf uns und ich kann es kaum noch erwarten endlich in den Sattel zu schwingen um die Wüste auf die wohl lässigste Art zu erleben.

Beim gemeinsamen Abendessen treffe ich die weiteren Teilnehmer der Tour. Wie immer bei Robby sind es nur kleine Gruppen für welche er einen perfekter Service garantiert. Hans, Markus, Michael, Stefan und Julia werden mit mir das „Abenteuer Wüste“ gemeinsam angehen. Wir erfahren alles rund um die Tour beim Welcome-Briefing nach dem Essen. Robby hat an alles gedacht und verständlich erklärt. Wenn Regeln aufgestellt werden, dann machen die Sinn und leuchten jedem von uns ein. Abenteuer ja, aber Sicherheit an erster Stelle. Dazu gehört auch ausgeschlafen zu sein und darum gehen wir nach dem Briefing ins
Bett um morgen früh fit zu sein.

Um 7 Uhr läutet der Wecker und wenig später sitzen wir beim Frühstück. Alles dreht sich um das Abenteuer Wüste mit iQ-onTour. Wir sind alle ein wenig aufgeregt was da wohl auf uns zukommen wird.

Auschecken, Gepäck in den Bus verladen und auf geht es zunächst mal durch das „Abenteuer Kairo“ – wenigstens was den Strassenverkehr angeht – in Richtung Baharia. Alle sind wirklich bester Stimmung und Robby und Sameh antworten geduldig und ausführlich unseren Fragen.

Bereits wenige Kilometer nach dem Ortsende von Kairo macht sich eine eigenartige Ruhe breit. Nicht bei uns im Bus aber auf der Strasse sind wir nahezu das einzige Fahrzeug und neben der Strasse ist einfach nur – ja einfach nur steinige Wüste. Gewöhnungsbedürftig aber echt schön. Unsere Erwartungshaltung steigt unvermeidbar an. Jeder von uns will jetzt endlich auf das Motorrad.

10 Minuten vor dem Eintreffen in der Oase Baharia erklärt und Robby noch mal ganz genau die Übernahme der Motorräder und das systematische verstauen unseres Gepäckes in den beiden Begleitjeeps. Und da stehen sie endlich, in Reih und Glied und warten auf uns. Die Geländemotorräder, und zwei Jeeps. Auf einem der Jeeps ist das Ersatzmotorrad bereits verladen.

Jasser und Mohamed, die Fahrer der Jeeps grinsen über das ganze Gesicht als wir uns ihnen vorstellen. Nasser der Beduinenkoch ist damit beschäftigt uns einen Tee auf seinem Gaskocher zur Begrüssung zu machen und Amr der Mechaniker schaut uns erwartungsvoll an. Robby hat uns erklärt – in der Wüste gibt es nur ein Team, es gibt keinen Gast, keinen Urlauber, keinen Fahrer, nur ein Team. Und dieses Gefühl – obwohl nie mehr angesprochen – war vom ersten Augenblick an bei uns allen vorhanden. Unser Gepäck ist in wenigen Minuten sicher und platzsparend verladen und jetzt der grosse Augenblick.

Mit einem schelmischen Lächeln und seinem typischen Augenzwinkern drückt mir Robby meine KTM 640 LC4 mit Wasserkühlung und Elektrostarter in die Hand. Das Motorrad hat noch kein 15.000 km drauf und ist im erstklassigem Zustand. Sofort schwinge ich mich in den Sattel und ….. und fühle mich ganz einfach nur wohl. Ein kurzer Knopfdruck und der Motor verkündet was in ihm steckt. Von mir aus kann es los gehen.

Auch meine Kollegen sitzen bereits auf Ihren Motorrädern. Julia hat sich die Yamaha TT 600 reservieren lassen, während die andern Jungs sich für eine Honda XR 650 R entschieden hatten. Aber die hat jeder von uns ja schon bei der Buchung der Tour reserviert

Aber da kommt die klare Ansage von Robby. Komplette Motorradkleidung anziehen und dann ein Check der Maschinen und einer kleinen Eingewöhnungsrunde. Jeder ist für seine Maschine selbst verantwortlich und jeder für sich geniesst die ersten Meter auf dem Bike.

Trotz meiner Begeisterung über dieses Kraftbündel unter meinem Hintern sehe ich die vor Freude strahlenden Augen von Robby unter seinem Helm. Er geniesst unsere Begeisterung und ist als Freak vermutlich selbst heiss endlich auf seiner KTM das Startzeichen zur Tour durch die ägyptische Wüste geben zu können.

Ich wünsche Euch viel Spass, eine gelungene Tour und passt mir auf. Mit diesen Worten klopft Robby jedem noch mal auf die Schulter und dann ist es so weit. Robby gibt Gas und übernimmt die Spitze der Truppe während Sameh als letzter die Gruppe von hinten kontrolliert.

Ein irres Gefühl einfach in diese unglaubliche Weite hineinzufahren, ich fühl mich grossartig. Wie angekündigt werden wir heute auf unseren Bikes noch ca. 200 km in Richtung der Oase Siwa zurücklegen. Die Route welche Robby gewählt hat gehört zu einer Etappe der bekannten Pharaonenrally welche jährlich hier in Ägypten mit weltbekannten Fahrern ausgetragen wird.

Nach nur wenigen Kilometern verstehe ich die Worte von Robby aus seinem Briefing erst richtig. Gewöhnungsbedürftig – hat er das Fahren in der Wüste bezeichnet und wie recht er hatte. Der Untergrund wechselt ständig und wenn der Sand dann etwas feiner wird, dann gilt es schon reaktionsschnell gegenhalten zu können. Trotzdem, ein absolut tolles Fahrvergnügen und platz zum Ausweichen ist ja genügend vorhanden.

Dir Gruppe passt gut zusammen und jeder nimmt auf jeden Rücksicht. Mit jedem Kilometer gewöhnen wir uns mehr an unsere Maschinen und auch den Untergrund. Wir lassen wellige Landschaftsabschnitte mit festem Untergrund hinter uns. Der weiche sandige Untergrund zwingt uns natürlich etwas Geschwindigkeit wegzunehmen, aber es macht so unendlich Spass.

Oh, ich war so auf mich, meine KTM und das Gelände konzentriert, dass ich die beeindruckende Landschaft überhaupt nicht richtig wahrgenommen habe. Auch das hatte Robby uns vorausgesagt was mir wiederum seine Erfahrung aufzeigt. Ja diese endlose Weite, die langgezogenen Dünen mit Licht und Schatten, einfach herrlich. Julia ist eine super Bikerin. Locker hält sie mit uns mit und signalisiert mir immer wieder wie begeistert sie ist.

Robby hat angehalten und winkt mit seiner Wasserflasche. Das darf doch nicht wahr sein! Vor lauter Begeisterung hätte ich glatt vergessen zu trinken. Mehr als genügend zu trinken ist die Faustregel für einen Wüstentrip. Wie oft hatte Robby darauf hingewiesen und ich habe nicht einmal daran gedacht. Die Eindrücke um mich herum haben mich so in Beschlag genommen, aber er zeigt uns ja wenn es Zeit dafür ist.

Es ist wie ein Tanz durch den Sand welchen ich gemeinsam mit meiner KTM erlebe. Sie reagiert auf dem sandigen Untergrund auf jeden Ruck am Gasgriff und wackelt dabei mit ihrem „Hinterteil“ wie ein Salsatänzer.

Diese Rotfärbung ist ja ein Traum. Kaum vorstellbar, dass die untergehende Sonne uns schon aus dem Sattel holen will. Obwohl die 200 km echt Kraft gekostet haben möchte ich immer nur weiter fahren. Aber Robby führt uns zu den Jeeps welch nahe einer grossen Düne auf uns warten. Auf welchem Weg die hierher gekommen sind kann ich mir nicht erklären. Jedenfalls sind Jasser, Mohamed und Amer schon dabei das Camp aufzubauen. Uns bleibt eigentlich nur noch unsere kleinen Zelte aufzubauen. Aber vor wir daran gehen bekommen wir von Nasser einen super leckeren Pfefferminztee. Amr geht gleich daran die Maschinen zu checken und Robby nimmt seinen ersten Zug aus der für ihn unverzichtbaren Shisha. Mit seinem Finger zeigt er auf sein Ohr und mir wird sofort klar was er uns anzeigen will. Ich werde niemals in der Lage sein diese Ruhe in Worte zu fassen. Es ist unheimlich und zugleich beeindruckend, es ist wohltuend und unfassbar. Ihr braucht Zeit das überhaupt aufnehmen zu können! Mit diesen ganz ruhig gesprochenen Worten reisst und Robby aus unseren Gedanken. Offensichtlich hatte er diese in unseren Gesichtern lesen können.

Die Teppiche sind ausrollt und wir merken erst dass die Tour doch ordentlich Kraft gekostet hat als uns darauf ablegen. Aber für diese Gedanken bleibt nicht viel Zeit, denn was der Sonnenuntergang für ein Spektakel abzieht lässt mich nur noch geniessen. Alle Farbfarianten von rot bis violett strukturieren den Himmel. Am Boden ergänzen sich die Licht- und Schattenspiele zwischen den endlosen Weiten und den einzelnen Dünen. Alles in ganz warme Farbtöne gehüllt und dann eben diese Ruhe.

Als Nasser mich lächelnd auffordert zum Essen zu kommen ist es bereits vollkommen dunkel und der ganze Himmel über mir ist ein einziges Sternenzelt. Niemals in meinem Leben habe ich so viele Sterne gesehen. Mit fällt auf, dass sich die ganz Gruppe der Stille angepasst hat. Alle waren bis jetzt damit beschäftigt gewesen diese Eindrücke auf sich wirken zu lassen.

Schade, dass ich versäumt habe Nasser in seiner kleinen Feldküche beim Kochen zu beobachten. Unglaublich was der Kerl in so kurzer Zeit alles für uns mit seinen bescheidenen Mitteln alles gekocht hat. Sameh legt noch einmal etwas Holz am Lagerfeuer nach und dann
lassen wir es uns schmecken. Herrlich diese Kombination aus Fleisch und Gemüse. Und anscheinend schmeckt es allen, denn jeder holt sich eine zweite Portion und am grossen Reistopf in der Mitte ist auch zu erkennen, dass hier hungrige Motorradfahrer ein vorzügliches Menü sich schmecken lassen.

Und wie auf ein Signal beginnen alle zu sprechen. Ich muss leise vor mich hinlachen. Jeder versucht dem anderen zu erklären wie toll das hier ist und wie gigantisch das Fahren in der Wüste ist und überhaupt einfach Wahnsinn. So sitzen wir noch einige Zeit am Lagerfeuer und lassen die Ruhe und den Sternenhimmel auf uns wirken. Robby raucht seine Shisha und lässt deren Schlauch im Kreis wandern. Ja irgendwie gehört das offensichtlich dazu. Und das blubbern der Shisha strahlt ebenso Ruhe aus wie die alles um uns herum.

Eigentlich ist diese Nacht zu schade um zu schlafen. Aber Robby erinnert uns daran, dass morgen ein langer Tag vor uns liegt. Wir werden nach dem Frühstück auf der Route der Pharaonenrally weiterfahren mit dem Ziel des nächsten Tages, der Oase Siwa. Meine Gedanken sind aber noch weit entfernt vom nächsten Tag und so schlafe ich in meinem Zelt mit vielen herrlichen Bildern des heutigen Tages ein.